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28-08-06 09:43


 Umsatzsteuer - Änderungen richtig einschätzen


By info@netzbuero.net


BMF Schreiben zu allen wichtigen Fragen rund um die Anhebung des Umsatzsteuersatzes auf 19 %





Das Handwerk wird die Erhöhung der Umsatzsteuer wohl nicht so hart treffen, wie bspw. den Handel. Die Regelung über die haushaltsnahen Dienstleistungen entlasten die Verbraucher deutlicher als die Zunahme der Umsatzsteuer eine Belastung darstellen kann.
Damit auch weiter für alte und neue mehr oder weniger sinnvolle Zuschüsse und Subventionen auf höchster Ebene ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, wird die Umsatzsteuer also erhöht.
Da haben nicht alle was davon, aber zumindest müssen alle bezahlen.
Und damit das nicht spurlos an einem vorüber geht, wurden natürlich auch ausreichend neue Regelungen getroffen.

Das Bundesfinanzministerium hat am 11.8.2006 ein umfangreiches Schreiben zu allen Fragen rund um die Anhebung des Umsatzsteuersatzes veröffentlicht. Das Schreiben finden Sie vollständig unter Finanzen/Buchführung und Steuern oder direkt meim BMF. Auf rund 20 Seiten finden Sie nützliche Hinweise, wie Sie bei speziellen Geschäftsvorfällen richtig vorgehen. 15 verschiedene Übergangsregelungen wurden für ganz besondere Fälle geschaffen. Hier für Sie das Wichtigste in Kürze.

Die Änderungen des Umsatzsteuergesetzes sind auf
• Lieferungen,
• sonstige Leistungen und
• innergemeinschaftliche Erwerbe
anzuwenden, die ab dem 1.1.2007 ausgeführt werden


Fundstelle:
Rz. 2 des BMF-Schreibens vom 11.8.2006, IV A 5 _ S 7210 _ 23/06 § 27 Abs. 1 Satz 1 UStG

Bei Teilleistungen, kommt es nicht auf den Zeitpunkt der Gesamtleistung, sondern darauf an, wann die einzelnen Teilleistungen ausgeführt werden.

Der erhöhte Umsatzsteuersatz ist auch anzuwenden, wenn vor dem 1.1.2007
• Anzahlungen,
• Abschlagszahlungen,
• Vorauszahlungen,
• Vorschüsse (bei der Istversteuerung),
entstanden sind


Fundstelle:
Rz. 3 des BMF-Schreibens vom 11.8.2006, IV A 5 _ S 7210 _ 23/06

Wichtig für Sie:
• Maßgebend, für die Berechnung des 19 %igen Steuersatzes an Ihren Kunden ist der Zeitpunkt, in dem die jeweilige Leistung ausgeführt wurde.
• Bei Vorausrechnungen in 2006 für Leistungen, die in 2007 ausgeführt und bezahlt werden, müssen Sie 19 % Umsatzsteuer weiterberechnen, wenn Sie Leistungen nach dem allgemeinen Steuersatz abrechnen. Die ausgewiesene Umsatzsteuer entsteht bei der so genannten _Soll-Besteuerung_, der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten, mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums in dem die Leistung oder die Teilleistung erbracht wird.
Fundstelle:
RZ.10 des BMF-Schreibens vom 11.8.2006, IV A 5 _ S 7210 _ 23/06


Bei Vorausrechnungen in 2006 für Leistungen, die in 2007 ausgeführt und schon 2006 bezahlt werden und in denen 19 % Umsatzsteuer ausgewiesen ist, entsteht die Umsatzsteuer in entsprechender Höhe.
Das bedeutet für Sie: In der Umsatzsteuer-Voranmeldung 2006 müssen Sie den 19 %igen Umsatz angeben und die Umsatzsteuer abführen.
Fundstelle:
Rz.11 des BMF-Schreibens vom 11.8.2006, IV A 5 _ S 7210 _ 23/06

• Bei Altverträgen: Sie können vom Vertragspartner einen angemessenen Ausgleich der umsatzsteuerlichen Mehrbelastung verlangen, wenn der Vertrag vor dem 1.9.2006 geschlossen wurde.
Fundstelle:
Rz. 15 des BMF-Schreibens vom 11.8.2006, IV A 5 _ S 7210 _ 23/06


Um den Übergang zum 19 %igen Umsatzsteuersatz in der Praxis zu erleichtern, werden umfassende Übergangsregelungen eingeführt, unter anderem:


• Für Teilleistungen: Auf wirtschaftlich abgrenzbare Teilleistungen, die vor dem 1. Januar 2007 erbracht werden und die der Umsatzsteuer nach dem allgemeinen Steuersatz unterliegen, ist der bis zum 31. Dezember 2006 geltende allgemeine Steuersatz von 16 % anzuwenden. Später ausgeführte Teilleistungen sind der Besteuerung nach dem allgemeinen Steuersatz von 19 % zu unterwerfen.
• Dauerleistungen: Dauerleistungen werden ausgeführt:
1 im Falle einer sonstigen Leistung an dem Tag, an dem der vereinbarte Leistungs-Zeitraum endet (Abschnitt 177 Abs. 3 UStR),
2 im Falle wiederkehrender Lieferungen - ausgenommen Lieferungen von elektrischem Strom, Gas, Wärme (vgl. Rz. 34) und Wasser - am Tag jeder einzelnen Lieferung (Abschnitt 177 Abs. 2 UStR).


Auf Dauerleistungen, die hiernach vor dem 1. Januar 2007 erbracht werden und die der Umsatzbesteuerung nach dem allgemeinen Steuersatz unterliegen, ist der bis zum 31. Dezember 2006 geltende allgemeine Steuersatz von 16 % anzuwenden.

Später ausgeführte Dauerleistungen sind der Besteuerung nach dem neuen allgemeinen Steuersatz von 19 % zu unterwerfen.

Bei der Abrechnung von Nebenleistungen, für die ein anderer Abrechnungszeitraum als für die Hauptleistung vereinbart ist, richtet sich die Anwendung des zutreffenden Steuersatzes nach dem Zeitpunkt der Ausführung der jeweiligen Hauptleistung (z.B. monatlicher Zins für eine steuerpflichtige Vermietung mit monatlichem Abschlag für die Nebenleistungen und jährlicher Abrechnung der Nebenleistungen).


Links:

www.bundesfinanzministerium.de


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