Untergrund und Vorbereitung für Parkettböden

Wer Parkett oder einen Holzboden verlegen möchte, muss sich bewusst sein, dass auch der richtige Untergrund wichtig ist. Sie sollten die Ansprüche des Parkettbodens an den Untergrund unter keinen Umständen ignorieren, denn es gibt einige Punkte zu beachten.

Für Holzfußböden ist ein ebener, trockener und fester Untergrund erforderlich. Die notwendigen Voraussetzungen sind in der VOB ATV DIN 18356 für Parkettarbeiten formuliert, die zulässigen Maßtoleranzen für die Ebenheit werden in der DIN 18202 definiert.

Der Untergrund kann ein Estrich herkömmlicher Bauart oder ein vorgefertigtes Estrichelement / Trockenestrich sein.

Wegen des Einflusses auf die Auswahl von Klebstoff und Parkettart, die Bearbeitungsdauer und die Kosten der Verlegung muss zwischen saugfähigen (Zementestrich) und nicht saugfähigen Untergründen (Gussasphaltestrich) unterschieden werden.

Zemenetestrich

Der Klassiker unter den Estricharten kommt im gewerblichen sowie privaten Baugeschehen am häufigsten vor. Er kann innen und außen  in mehreren Festigkeitsklassen hergestellt werden. Er ist preisgünstig und eignet sich als Heizestrich.

Grundzutaten: Kies in diversen Körnungen von fein bis grob, Wasser und eben Zement in verschiedenen Güteklassen. Zusätze wie Kunstharz, Fließ- und Erstarrungsmittel sorgen für leichtere Verarbeitung und bessere Haftung. .

Nachteil:  lange Trocknungszeit von 20 bis 30 Tagen und je nach Stärke und Umgebungsbedingungen länger. 

Calciumsulfatestrich / Anhydritestrich (CE oder CA)

 Anhydritestrich. Das Bindemittel ist Calciumsulfat, also gebrannter Gips, weswegen diese Estrichart auch Calciumsulfatestrich genannt wird.

Grundzutaten: Anhydritestrich besteht aus Gips, Wasser und einigen Zuschlagsstoffen.

Vorteil: Er ist deutlich schneller begehbar als Zementestrich. Er ist formbeständig und rissfrei, zudem kann seine Festigkeit durch die Zugabe von geeigneten Kunstharzdispersionen noch erhöht werden. 

Nachteil: für Feuchträume nur bedingt geeignet

Gussasphaltestrich (AS)

Bindemittel Bitumen, das bei der Destillation von Erdöl gewonnen wird.

Grundzutaten: Bitumen, Sand, Splitt und Steinmehl beigemischt. 

Diese Art des Fließestrichs wird bei Temperaturen zwischen 220 und 250 Grad Celsius aufgetragen und muss dadurch weder verdichtet werden noch braucht Gussasphaltestrich lange Trocknungszeiten.

Vorteile: bereits nach einem Tag belegfertig, eignet sich für Nassräume und den Außenbereich, dämmt gut und schirmt Trittschall ab, geringen Einbauhöhen.

NAchteil: es entstehen besonders bei der Verarbeitung gesundheitsschädliche Emissionen.

Magnesiaestrich (MA)

Magnesiaestrich – auch als Steinholzestrich bezeichnet. 

Grundzutaten: Bindemittel Kaustische Magnesia, Sand, Splitt und Holzmehl. 

Nachteil: Feuchtigkeit verträgt Magnesiaestrich weder in der Trocknungsphase noch später.

Vorteile: damit auch große Flächen können fugenfrei verlegen. Es treten selten Schwindrisse auf, kann eingefärbt werden.

Kunstharzestrich (SR)

Grundzutaten: Bindemittel  synthetisches Harz, zum Beispiel Epoxidharz oder Polyurethan,  Quarzsand als Zuschlagstoff. 

Nachteile: teurer,  nicht einfach zu verarbeiten.

Vorteil: kurze Trocknung, sehr widerstandsfähig und unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Kälte.

 

Spachtelmasse

Kurzharzvergütete Masse zum partiellen spachteln von Unebenheiten in Untergründen.

Ausgleichsmasse

Kurzharzvergütete Masse zum vollflächigen spachteln von Unebenheiten in Untergründen.

Auch sogenannte selbstverlaufenden Massen benötigen Verlaufsunterstützung mit Rakel, o.ä.

Für optimale Ergebnisse die Ausgleichsmasse mit einer Stachelwalze entlüften, um die noch vorhandenen Luftblasen entfernen.